Autobiografie

Nachfolgend einige zusätzliche Infos zu meiner Autobiografie:

Titelbild/Cover (neue Verlagsversion!)
Exposé
Kleine Leseprobe (die ab und an ausgetauscht wird)

Es ist vollbracht!

Nachfolgend sehen Interessierte das neue Titelcover – mit ebenfalls neuem Titel/Namen. Der Inhalt ist fast gleich geblieben, etwa 14 Seiten sind noch hinzu gekommen. Das Format hat sich ebenfalls geändert, womit wir bei der Gesamtanzahl der Seiten jetzt bei 355 gelandet sind.

 

ISBN-Nummer 978-3-96103-041-5

Der Preis beträgt 15,95 €

Kaufen kann man das TB in jedem halbwegs gut sortierten Buchladen, beim REDIROMA-Verlag selbst oder direkt bei mir.
Auch “Amazone” scharrt schon heftig mit den Hufen…

Ab sofort ist das E-Book direkt bei den bekannten Online-Versandhändlern zu erwerben – selbstverständlich etwas „günstiger“ als das gedruckte Produkt;-)
Nämlich für knapp 10 Euro – für den gleichen Inhalt.
Einfach mal prüfen bei den altbekannten Verkaufsstellen…

Exposé Autobiografie

Titel: Against the wind …

Im Sommer 1964 (allein und im Alter von 14 Jahren) Flucht von Bernburg/Saale über den Harz Richtung Westen. Auf abenteuerlichen Wegen schaffte ich es bis kurz vor die Grenze, bis ich abends von einer Patrouille aufgegriffen und zur nächsten Grenzstation gebracht wurde. Dort wurde ich mehrfach verhört, bis mir spät abends erst die Flucht aus der Arrestzelle und später nachts über die Grenzanlagen in den Westen gelang.
Den Versuch, die Mittlere Reife in Bielefeld nachzuholen, brach ich ab, als ich die Mitteilung bekam, in der Seefahrtsschule Bremervörde angenommen worden zu sein.
Mein Traum wurde Wirklichkeit.

Nach der üblichen Grundausbildung heuerte ich auf dem ersten Schiff an, dem in den folgenden 5 Jahren noch viele weitere folgen sollten. Die Regionen, die ich mit den verschiedenen Schiffen befuhr, reichten von Skandinavien, England, Polen bis zu zahlreichen Häfen an den Ostküsten der USA, Venezuela, Brasilien, Argentinien etc. Hinzu kamen Häfen in der Karibik, Vietnam und Nordafrika. Ein abwechslungsreiches Leben, das – damals – schon mit dem Quäntchen „Abenteuer“ verbunden war… Und bei Erzählungen im Bekanntenkreis generell für Erstaunen und Lacher sorgte. Durch einen ‚Unfall‘ musste ich mit der Seefahrt aufhören und schulte um auf eine andere Baustelle: Versicherungskaufmann. Einer der größten Fehler meines Lebens:
Von harter und körperlicher Arbeit überwiegend im Freien an einen Schreibtisch kann nicht wirklich gutgehen…;-(

Durch Erfahrung flexibel geworden, verdiente ich mir anfangs und nebenbei ein paar Märker als Discjockey in verschiedenen Discotheken. Zuerst in Bielefeld, danach am Bodensee. Nach meiner Scheidung wechselte ich vollends ins Nachtleben und arbeitete als Vollkraft weitere 12 Jahre in der Gastronomie. Überwiegend in Discos, doch auch normale Kneipen oder Bars waren meine Arbeitgeber. Ich arbeitete als DJ, Barkeeper, Bedienung und von Zeit zu Zeit auch als Dormann. Schon als Seemann hatte ich einige Erfahrungen mit körperlichen Auseinandersetzungen sammeln können, die ich jetzt noch etwas verfeinern durfte.

Nach etwa 10 Jahren lernte ich die Frau meines Lebens kennen, wurde solide und kehrte der Discobranche den Rücken. Nach meiner Heirat (auch wieder etwas anders: nämlich in einer alten Schlossruine in der Rhön;-)) ging die Hochzeitsreise jedoch nicht etwa in die von ihr favorisierte Karibik, sondern mit dem Transsibirienexpreß nach Irkutsk am wunderschönen Baikalsee.
Ich wurde ernsthaft sesshaft in der Nähe von Frankfurt und lernte wieder etwas Neues: Zuerst den Umgang mit Computern und danach mit Profikameras im TV-Business.
Ich stellte fest, dass sie doch nicht die Frau meines Lebens war und konzentrierte mich lieber auf die Erkundung fremder Länder, von denen ich ja bereits einige kennenlernen durfte.
Die nächsten Jahre war ich sehr viel in den USA unterwegs und bereiste mit meiner TV-Kamera allein hier 24 Bundesstaaten, die ich besuchte und abdrehte. Und natürlich komplette Fotoserien schoss. Hinzu kamen Portugal, verschiedene Inseln der Karibik, Seychellen und Cabo Verde, dass ich in drei Jahren insgesamt 12 Mal besuchte.
1997 stellte ich fest, dass mein Traum, über jeden Bundesstaat der USA einen Dokumentarfilm zu produzieren, doch nicht realisierbar war.  Ich verkaufte meine kompletten Archive (Video und Dia)  und wanderte nach Cabo Verde aus.

Und hier begann das ‚wahre‘ Abenteuer! Der Begriff „Allein unter Feinden“ trifft es zwar nicht richtig, doch einfach waren die insgesamt 13 Jahre in Cabo Verde wirklich nicht. Ich schlug mich vor allem in den ersten drei Jahren als Fotograf und Guide für Wandergruppen mehr oder weniger durchs Leben, bis mich meine Fantasie und der unbedingte Wille, niemals aufzugeben, in eine etwas bessere Liga brachten. Durch meine negativen Erfahrungen hinsichtlich Druckergebnissen (aus Europa) suchte ich in nächtelangen Sitzungen meine Erfahrungen (?) hinsichtlich Gestaltung und Layout zu verbessern. Das klappte überwiegend ganz gut, wenn auch die Lehrzeit  überaus mühsam war. Nur aus dem Internet und durch negative Praxis lernen wird  irgendwann äußerst nervtötend.
Aber: Insgesamt 450.000 abgesetzte und  verkaufte Postkarten (in 10 Jahren)  zeugen doch von einem  nicht ganz so schlechtem Ergebnis.

Bremsen konnte mich nur die nicht existente medizinische Versorgung vor Ort, die mich zurück nach Deutschland katapultierte. Abflug von Cabo Verde bei 32 Grad plus, die Ankunft im Dezember 2010 bei 11 Grad Minus war mit nichts zu toppen;-) Fast….
Denn nur wenige Monate später erwischte mich mein zweiter Herzinfarkt, den ich mit OP  und Medikamenten gut bewältigte. Unkraut vergeht halt nicht!

Im Winter 2011/12 fing ich mit dem Schreiben an. Grund dafür waren einmal gähnende Langeweile und andererseits der unbedingte Wille, meiner Tochter (die mich bis heute überhaupt nicht kannte) zumindest etwas aus meinem bisherigen Leben zu vermitteln.
Letztendlich kamen etwa 350 Seiten meines (bewegten?) Lebens zusammen.
Ob Fluch oder Genuss, müssen andere entscheiden…;-)

Allerdings stellte ich beim Schreiben fest, dass mir dieses so viel Spaß bereitete, dass ich, noch während ich mit der Biografie beschäftigt war, mit dem Schreiben eines Krimis begann. Ohne spezielle Kenntnis, wie man einen gut aufgebauten Thriller schreibt, fing ich nach wenigen Wochen noch einen weiteren Roman mit Kurzgeschichten an. Mit (etwas) makabren Inhalten, in denen ich die unausgegorenen Ideen des Krimis/ Thrillers ablegte.
Da ich es gern kompliziert liebe, fing ich im letzten Jahr ein weiteres „Werk“ an zu schreiben, das überwiegend in Deutschland spielt und die Problematiken alter Seilschaften und rechter Burschenschaften aufzeigt. Handlungsort: Eine idyllische Kleinstadt im Osten Deutschlands…
Selbst das Thema „IS“ wurde von meiner regen Fantasie in einem weiteren Werk beehrt, dass ich im Winter 2014/15 begann. Ich helfe gern beim Zählen: Mittlerweile schlummern auf meinen Festplatten insgesamt 6 unvollendete Werke, die irgendwann einmal das Licht der Welt erblicken werden. Exposés existieren bislang nur in meinem Gedächtnis, wo sie auch erst einmal bleiben. Gebranntes Kind scheut halt Feuer;-)

Eine mögliche Veröffentlichung meiner Biografie bei einem Verlag wurde verhindert durch die allgegenwärtige Verlagskrise und meinem speziellen Nachteil, nicht „Gauck“ zu heißen.
Ich fand einen Verlag, der die Biografie zumindest als E-Book veröffentlichte. Relativ schnell stellte ich jedoch fest, das „günstig“ nicht unbedingt etwas mit „gut“ zu tun hat, formulierte mehrere geharnischte Schreiben an die Verlagsführung, wohl wissend, was danach  folgen sollte.  Und prompt kam das… AUS.
Nach sechs Wochen „Marktreife“ wurde mir eine Abschlusshonorierung von 14,85 € übermittelt. Bei vier (!) verkauften Exemplaren…! Bei persönlichen und direkten Recherchen  hatte ich allerdings eine Stückzahl von 27 Exemplaren festgestellt.
Der Verlag  „neobooks“ und seine Muttergesellschaft (Droemer/Knaur) ist also nur mit absoluter Vorsicht zu genießen. Es sei denn, der Autor ist so üppig ausgestattet, dass ihm finanzielle Zuwendungen relativ sekundär sind.
Mittlerweile hat sich auch dieses Thema fast von selbst erledigt: Der „Weltbild-Verlag“ (Mutter von allem) hat Insolvenz angemeldet. Bei diesen Mitarbeitern hat mich diese Nachricht jedoch  nicht wirklich überrascht.

Mittlerweile hat mich die Lust überkommen, in meinem neuen Wohnort Schleswig noch einmal etwas Gas zu geben. Einen Rundflug habe ich bereits hinter mir und die farbenfrohen Rapsfelder sowie die Weite genossen. Von der feuchten Hose ganz zu schweigen, da ich unter extremer Höhenangst leide;-(  Ab Juni geht’s los…!
Ein Resümee meines Lebens zu ziehen, ist nicht ganz einfach. Allerdings habe ich nach meiner Umschulung (Versicherung) generell nur noch das getan und gearbeitet, was mir selbst Spaß bereitet hat. Nur dann kann man auch die Power aufbieten, sich richtig „reinzuknien“, das bestmögliche Produkt abzuliefern und nicht aufzugeben.
Allerdings können die „Durststrecken“ dann auch ungeahnte Höhen erreichen… ;-(

Kapitelliste:  (Gesamt 354 Seiten)

Die Flucht
Eine Seefahrt, die ist lustig…
Music was my first love…
American dream…
Ab nach Cabo Verde…
Blog
…und wieder retour
Epilog

Leseprobe

aus „Against the wind …“ Kapitel: American dream…

Beachtlich fand ich, dass sich nach den USA-Reisen meine Lieblingsregion „Karibik“ etwas wandelte: Einige Bundesstaaten der USA können es durchaus damit aufnehmen.
Eine Begegnung in der Karibik ist so skurril, dass ich über sie berichten muss! Ich war im wunderschönen Inselstaat „St. Vicente & Grenadines“ auf der Insel „Bequia“. Dort übernachtete ich in einer kleinen, wunderschönen Hotelanlage direkt am Strand, die einem älteren Schwaben gehörte. Er betreute zu diesem Zeitpunkt den deutschen Ableger vom tourist board und besuchte mindestens einmal pro Jahr die Inseln, um neue Marketingstrategien zu diskutieren. Den Besuch verband er meist mit einem Aufenthalt auf seiner Hotelanlage, so wie auch in diesem Herbst.
Die Hotelanlage liegt an einem weitläufigen Strand und das schönste der Anlage ist zweifellos die große Strandbar, die mit ihren weit offenen Fenstern direkt auf Küste und Strand weist und genau den Aspekt vermittelt, den die Karibik ihren Besuchern mit Vorliebe vermittelt: Ruhe und Besinnlichkeit in einer bezaubernden Umgebung.

Direkt gegenüber der Anlage liegt in einer Entfernung von 5-6 Seemeilen die Insel „Mustique“, weit über die Grenzen bekannt für seine illustren Gäste und Eigentümer. David Bowie; Mick Jagger und zahlreiche weitere Honorationen haben auf Mustique ihre Villen und Strandhäuser, die normal Sterbliche auch für Tage oder Wochen mieten können. Wobei Mietwochen erheblich mehr Aufmerksamkeit vom Eigner erhalten, eine gewisse Solvenz der Kunden natürlich vorausgesetzt. Pro Tag sind im Schnitt zwischen 2.000 und 5.000 Euro fällig, wobei die Anzahl der Gäste selbstverständlich sekundär bleibt; Bei 5 Schlafzimmern und ebenso vielen Bädern bleibt man da weitgehend flexibel…;-) Der hauseigene Garten wird vom eigenen Gärtner betreut und selbst den Gang zur Strandbar „Basils“ (eine Institution und weit über die Inselgrenzen bekannt) braucht der geneigte Gast nicht zu Fuß antreten: Mountain-Bike; Roller oder Jeep gefällig? Sollte die Villa zufällig (wie die meisten) in Meernähe liegen, ist selbstverständlich auch eine Fahrt mit dem hauseigenen Motorboot möglich.

An diesem windstillen Vormittag besuchte ein einzelner Gast mit seinem Boot die Hotelanlage und verirrte sich sofort in die Strandbar. Er setzte sich an die lange Bar, um sein auf dem Strand liegendes Boot nicht aus den Augen zu verlieren und kam nach wenigen Minuten mit dem Besitzer ins Gespräch. Man parlierte über dies und das, beklagte das fehlende Rechtsbewusstsein der verschiedensten Regierungen und die horrenden Flugpreise. Mit dem Bestellen neuer Getränke wechselten sie sich in schöner Regelmäßigkeit ab: Der Gast bevorzugte Rumpunch, der Besitzer Bier. Irgendwann kam unweigerlich die Frage, was der andere geschäftlich denn so mache.
„Oh, ich bin der Besitzer dieser Hotelanlage. Und was machen Sie beruflich?“
Seit diesem Vormittag hat niemand Mick Jagger jemals wieder an diesem Strandabschnitt gesehen. Es kursiert das Gerücht, dass er die Insel Bequai nie wieder betreten hätte. Warum wohl…?

Ganz in der Nähe und am gleichen Strandabschnitt von „Bequia“ befindet sich die weitläufige Hotelanlage „Friendship Bay“. Als ich mit meiner damaligen Frau dort übernachtete, hatten wir ein Erlebnis der besonderen Art. Nach dem Einchecken besichtigten wir unseren kleinen Bungalow mit Meerblick und machten uns etwas frisch. Ich studierte die hier ausgelegten Informationen und fand schnell – wen wundert’s – die kleine Beach-Bar auf dem weitläufigen Gelände. Ich informierte meine bessere Hälfte, dass sie mich dort finden würde (Frauen brauchen gewöhnlich etwas länger) und stiefelte los. Die gesamte Anlage war hervorragend gepflegt und die einzelnen Bungalows waren weit genug voneinander entfernt, um jedem Gast eine gewisse Art von Intimität zu vermitteln. Ich war nur noch eine kurze Entfernung von der Bar entfernt, als plötzlich eine Musik ertönte, wie ich sie noch nie vorher gehört hatte. Es dauerte nicht lange, bis ich ermitteln konnte, woher die Musik kam: Aus den Wipfeln der Königspalmen ertönte aus nicht gerade kleinen Lautsprechern „Kenny G’s“ Songbird!

Für mich völlig abgedreht, weil nicht nur gut, sondern geil! Ich setzte mich an die leere Bar, bestellte zwei Rumpunch und lauschte nur noch. Seit diesem Tag bin ich ein absoluter Kenny G.-Freak und habe vor meinem inneren Auge immer das gewaltige Landschaftsbild, die Bar und das Meer.
Was will man me(e)hr…?

„Basils Bar“ auf der Insel Mustique ist wirklich eine gelungene Inspiration von gewachsener Nostalgie und Reichtum ohne Limit. Prinzessin Margret vom englischen Königshaus hat hier ihren Spitznamen „Schnapsdrossel“ erst erhalten. Den anderen sollte man aus Anstandsgründen lieber verschweigen…
Nicht verschweigen darf man den überaus exzellenten Service des gesamten Personals, der ab und an auch über den normalen „Service“ hinausgeht. Getränke wie Speisen sind in der gesamten Region bekannt und beliebt. Dementsprechend sind auch die Preise. Doch niemand beschwert sich, wozu auch…? Ob ein Abendessen nun 500 Dollar kostet oder das Doppelte; so what? Und die Einheimischen haben mit der Zeit nicht nur gelernt, mit den Riten zu leben, sondern sie auch zu genießen. Wer Dekadenz sucht mit karibischer Lebensfreude, ist hier genau richtig. Es sollte mehr Plätze auf der Welt wie diesen geben…
Zumal das Gerücht, wie Basil zu der Eröffnungssumme für seine Bar kam, wirklich nur ein Gerücht war. Die Dame war nicht unwesentlich älter als er, dafür jedoch wesentlich begüterter als er selbst. Seine Vorteile lagen wohl mehr an seiner Jugend und dem nicht ganz unwichtigen Teil der Vereinbarung. Den Gerüchten zufolge sollte er wohl an einer ganz bestimmten Stelle seines Körpers überaus großzügig bestückt sein. Und eine etwas ältere Dame mag das wohl sehr zu schätzen.

Im gleichen Inselstaat – nur viel weiter westlich – liegt die Insel „Palm Island“. Nur wenige Fahrminuten mit dem Boot von Union Island verkörpert die Insel all das, was Gäste an Klischees in der Karibik so lieben: Wunderschöne, leere Strände; Palmen; entzückende Farben der Unterwasserwelt und eine fast schon beängstigende Ruhe! Einzig die lästigen Moskitos und Sandfliegen nerven den ruhesuchenden Gast. Es sei denn, er sucht Flucht im allseits willkommenen Rumpunch. Danach meiden sogar die gefräßigen Moskitos den Trinker. Als ich das letzte Mal auf der Privatinsel war, fing der Besitzer (ein Weltenbummler namens Caldwell, wenn ich mich recht erinnere) an, die Gäste für das Abendessen zu erziehen: Nur noch mit entsprechender Kleidung, bitte schön. Auch Karibik kann durchaus anstrengend sein.
Nun ja, wer es braucht…!
Erst jetzt (2017) habe ich durch Zufall erfahren, dass der jetzige Hauptmieter der Insel eine Kapitalgesellschaft ist und die Hotelanlage ein “Resort” ist. Teilweise wurden Bungalows wie Servicegebäude erneuert und auf den aktuellen Stand gebracht.
Schon damals war das Übernachten nicht unbedingt ein Sonderangebot, jetzt wohl noch weniger.

USA
…Der nächste „Big Point“ ereignete sich zwei Tage später im Hinterland von Tennessee.
Morgens hatte mir mein Guide offenbart, dass es in diesem Staat sogenannten „Moonshine-Whisky“ geben würde. Meine Versuche, ihn dazu etwas auszuhorchen, wurden kurz und prägnant von ihm abgeblockt.
Als wir gegen Mittag eine kleine Schlucht erreichten, in deren Talsohle sich einige verlassen wirkende Holzhäuser verloren, wurde mein Guide plötzlich mehr als nur hektisch:
„Hier auf keinen Fall Filmen oder Fotografieren!“
Ich wusste nicht, was mich davon abhalten sollte und fuhr zur Talsohle und dem Beginn der relativ kurzen Straße, die durch den winzigen Ort führte, während er zeternd in seinem Begleitwagen auf dem Hügel stehenblieb.
Bereits beim Aussteigen und als ich das Kameraequipment aus dem Mietwagen holte, beschlich mich ein seltsames Gefühl.
So circa zwei Minuten später forcierte sich das Gefühl in meinem Nacken, als ich gleichzeitig zwei verschiedene Dinge wahrnahm: Das seltsam eingefrorene Gesicht meines Guides, der in sicherer Entfernung stand und ein metallisch klingendes Geräusch hinter mir. Ich drehte mich um und fühlte, wie ein Klickerchen von mir den Weg abwärts nahm und dezent auf den Boden prallte.
Ich starrte aus etwa dreißig Metern Entfernung in ein überdimensionales Rohr von – geschätzt – einem Meter Durchmesser. In Wirklichkeit war es lediglich das Mündungsrohr eines netten Gewehres, hinter dem das Gesicht eines garantiert nicht netten Mitbewohners aus Tennessee auftauchte.
Erst viel später erfuhr ich, dass gerade diese Regionen des Staates von sehr wenigen Ortsfremden frequentiert werden, so dass der Begriff von Inzucht hier einen völlig neuen Stellenwert bekommt.
Vollbart; kleine und von wulstigen Augenbrauen überwucherte Augen und eine Knollennase luden Besucher – zumal wenn sie fremd waren – nicht gerade zum Verweilen ein.
Mir ging der Arsch sprichwörtlich auf Grundeis…!
Mit sehr langsamen und bedächtigen Bewegungen „zielte“ ich mit meiner Kamera auf ein vom Gewehrträger weeeit entferntes Ziel, machte pro forma einige Blindaufnahmen, packte Kamera und Stativ ein und machte mich auf den Rückweg zum Mietwagen. Immer noch den Gewehrträger völlig ignorierend. Allerdings nicht in meinen Gedanken…!
Alles selbstverständlich mit äußerst „gesetzten“ Bewegungen; es sollte ja nicht gehetzt aussehen…
Es ist ein überaus hässliches Gefühl, hinter sich jemanden zu wissen, der ein schussbereites Gewehr „im Anschlag hält“ und mit Sicherheit kein Problem damit hat, dieses auch einzusetzen.
Bevor wir wieder losfuhren, sagte mein Guide mit zusammen gebissenen Zähnen:
„Tue das bitte nie wieder!“
Ich widersprach ihm nicht… In keinster Weise!